Gim - Generationen im Museum

GiM-Anlass

30. Mai 2015, 15:00

Riesenbäume und Waldgeister?

Forum Würth Rorschach

Riesenbäume und Waldgeister? Das Quartierbüro des Löwenquartiers mischt seine Gäste neu zusammen und macht einen Ausflug: aus den unterschiedlichsten Angeboten des Quartierbüros finden Generationen-Tandems zusammen und besuchen gemeinsam das Forum Würth Rorschach. BesucherInnen des „Sprachencafés“ und Teilnehmer der „Kinderzeit“, Senioren und Kindergärtner, Erwachsene und Patenkinder durchforschen gemeinsam die Ausstellung „Waldeslust – Bäume und Wald in Bildern und Skulpturen der Sammlung Würth". Die Magie des Waldes hat viele Maler und Bildhauer in den Bann gezogen und zum Experimentieren verleitet. An diesem speziellen Anlass experimentieren auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer: sie erfinden ihre eigenen Geschichten zu den Kunstwerken und tauschen sich darüber bei einer kulinarischen Überraschung aus.

 

Forum Würth Rorschach
Die Kunstsammlung umfasst heute über 16‘000 Kunstwerke, in erster Linie Bilder und Skulpturen des 20. und 21. Jahrhunderts. Sie verfügt aber auch über einen bedeutenden Bestand spätmittelalterlicher Werke. Sie präsentiert sich seit über 20 Jahren vorwiegend am Ort des Firmensitzes im süddeutschen Künzelsau im Museum Würth sowie in der 2001 eröffneten Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall. Seit 1999 wurden nach und nach Kunstdependancen in den Würth-Gesellschaften von Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich und Spanien eröffnet. In der Schweiz  finden Wechselausstellungen im Forum Würth Chur und Arlesheim und seit 2013 im Forum Würth Rorschach statt.

18 Geschichten
 
Es regnet farbige Bonbons

Geschichte von Hüssein und Esma: Auf dem gelben Bild hat es im unteren Teil ganz viele farbige Bonbons. Von wo sind die wohl heruntergefallen? Vielleicht von Süssigkeitenbäumen? Am liebsten würden wir am Bild schütteln und mit einem offenen Sack darunter stehen, um die Zeltli aufzufangen!

Anna, 30


Entspannte Atmosphäre

Wir haben uns zu viert auf den Boden gesetzt und das grosse Bild erst einmal auf uns wirken lassen. Dann kam die Geschichte dazu ganz von selbst.

Gisella, 35


Der Baum im Wohnzimmer

Zum Bild von Herbert Brandl Ohne Titel“, 2001/2004: Es war einmal ein ganz normaler Mensch, der wollte einen Baum malen. Einen ganz grossen Baum. Papier im Format A3 oder A2 war ihm dafür nicht gross genug. So kam er auf die Idee, die Wand ihm Wohnzimmer dafür zu brauchen. Er malte als erstes den mächtigen Stamm. Dafür musste er auf eine Leiter steigen. Die wackelte und sein Wasserbecher kippte plötzlich um. Wasser lief über das Bild. Er versuchte es mit dem Ärmel weg zu wischen und verschmierte dabei die Farben. Dann malte er den ganzen Tag weiter. Nach dieser anstrengenden Tätigkeit war er so erschöpft, dass er zwei Wochen Ferien brauchte. Bei seiner Rückkehr war das ganze Haus mit Ästen und Blättern zugewachsen. Er kam nicht mehr ins Haus und musste ein Loch ins Dach machen. Als er am nächsten Tag aufwachte, war das Gemälde mit dem Baum und auch die Pflanzen und Bäume im und um das Haus herum verschwunden.

Anna, 30


Konservierte Erinnerung

Giftiger Regen ist auf den Wald gefallen und die Bäume sind langsam gestorben. Menschen haben versucht, wenigstens die Tiere im Wald zu schützen und bauten ihnen dazu kleine Häuschen. Sie nützten aber nichts. Die Tiere haben den Wald verlassen, die Häuschen sind geblieben. Der Künstler packte den Wald in eine Vitrine und brachte ihn ins Museum. Hier hängt er nun, damit sich die Menschen an den Wald erinnern, den es nicht mehr gibt. ***** Geschichte von Alex und Cedric (13) zum Werk von Anselm Kiefer, Karfunkelfee“, 2008

Alex, 57


Es regnet farbige Bonbons

Geschichte von Hüssein und Esma: Auf dem gelben Bild hat es im unteren Teil ganz viele farbige Bonbons. Von wo sind die wohl heruntergefallen? Vielleicht von Süssigkeitenbäumen? Am liebsten würden wir am Bild schütteln und mit einem offenen Sack darunter stehen, um die Zeltli aufzufangen!

Anna, 30


Im Goldrahmen

Damen flanieren entspannt einen Feldweg entlang. Die idyllische Landschaft um sie herum nimmt einen Grossteil des Bildes sein. Schatten und Licht bilden einen Kontrast. Die abgebildeten Figuren haben sich von mir verabschiedet Ich würde mich ihnen am liebsten anschliessen! Doch je mehr ich mich dem Bild nähere, umso mehr lösen sie sich zu Farbflecken auf. Sie lassen mich aussen vor dem prächtigen Goldrahmen zurück.

Sevil, 52


Der Pilzkongress

Vertreter aller Pilzarten im Wald kamen zu einem bedeutenden Kongress zusammen, es ging um die Zukunft des Waldes. Da sie sich ungeheuer wichtig vorkamen und der Nachwelt zeigen wollten, dass sie an diesem denkwürdigen Anlass dabei waren, wollten sie sich malen lassen. Sie engagierten dafür einen Maler. Weil sie sich nicht auf ein Gruppenbild einigen konnten, fertigte er von jedem einzelnen ein individuelles Porträt an. IIII Geschchte zum Kunstwerk von Lambert Maria Wintersberger Pilze (Mushrooms)“, 1972-74.

Christine, 53


Das gleiche Bild gewählt

Andere haben das gleiche Kunstwerk gewählt wie wir!

Cedric, 13


Coole Aufgabe

Das Geschichten erfinden hat mir Spass gemacht. Und Cola und Kuchen waren ein Genuss!

Cedric, 13


Der Zauberwald

Wir stehen hier mitten im Wald, schwarze Baumkronen wachsen über unseren Köpfen zusammen. Die Bäume im Hintergrund verschwinden im Nebel. Alles ist gedämpft, die Farben sind verschwunden. Stille umgibt uns, wir hören kein Vogelzwitschern. Der Wald auf diesem Bild hat etwas magisches, er zieht uns förmlich in sich hinein. Aber Achtung! Wer dem Bild zu nahe kommt, verwandelt sich in einen Baum und steht dann für immer da in diesem Zauberwald. Geschichte von mir und Willi (80+) zur Zeichnung von Robert Longo “Ohne Titel (Fairmount Forest)”, 2011

Céline, 38


Imagination

Melania chose the picture of David Hockney "The Road to Thwing". She would like to go there and have a picknick!

Mirjana, 40


 
Thank you

Me and my daughter Melanis (4) thoroughly enjoyed the afternoon. We had a great time and I got to know a place I had never been to. Thanks to this event I discovered that the coffeeshop is open to the public. I will definitely go there again!

Mirjana, 40


Der Beginn einer neuen Freundschaft?

Alleine gekommen, zu zweit auf dem Nachhauseweg

Johannes, 48


Mit dem Velo auf und davon

Geschichte zum Gemälde von David Hockney The Road to Thwing, Late Spring†2006. An einem schönen Sommermorgen machte ein Mann eine Velotour. Als er diesen schönen Ausblick sah, legte er eine kleine Rast ein. Als er hinter dem Gebüsch verschwand, um zu pinkeln, wurde ihm das Velo geklaut. Mit den Augen suchte er den Weg zwischen den Feldern ab, doch er konnte den Dieb nicht mehr entdecken. Dieser war bereits auf und davon. So machte er sich zu Fuss auf den Nachhauseweg.Paul (43) und Emma (13)

Paul, 43


Woanders Wurzeln schlagen

Geschichte zum Bild Aaper Wald II“, 2006, von Norbert Tadeusz. Der eine Baum hat das Zeitliche gesegnet, er wurde einen Kopf kürzer gemacht und zu einem Möbel verarbeitet. Die andern Bäume ranken sich. Sie sind auf der Hut. Sie haben bereits ihre Wurzeln aus dem Waldboden gezogen, um sich davon zu machen. Bald sind sie weg. Elisabeth (70) und Kathi (37)

Kathi, 37


Ein Römerweg?

Geschichte zum Bild "Waldweg nach Erling“, 1911 von Christian Rohlfs Ein eher unscheinbares Bild, wenn man es mit den grossformatigen Werken in der Ausstellung vergleicht. Übers Sofa hängen würden wir es wohl beide nicht und doch hat es uns in den Bann gezogen. Die Farbe auf diesem Bild wurde sehr dick aufgetragen. Zuerst sieht es aus wie ein Chaos. Doch dann erkennt man einen Weg. Wer hat wohl schon alles diesen Weg durch den Wald genommen? Wohin führt er? Die Räder von Fuhrwerken haben sich tief eingegraben. Wie wäre es, wenn man einfach anfangen würde zu graben? Vielleicht stiesse man auf Keramikscherben oder gar eine Münze aus der Römerzeit? Erwin (83) und Johannes (48)

Johannes, 48


Zeitungsartikel im St.Galler Tagblatt

Es war ein tolles Erlebnis. Gestern habe ich einen grossen Bericht über den Anlass im St.Galler Tagblatt gefunden. Und im Blo "Rorschacher Echo" ist der Event mit 12 Fotos vertreten!

Alex, 57


 
Grosses Interesse

Der Einladung folgten 22 neugierige Entdecker im Alter zwischen 4 und 83 Jahren. Mutter und Tochter, der erwachsene Mann mit seinem Vater, ganze Familien, Kinder und Einzelpersonen. Im Austausch untereinander stellte sich bald heraus, dass einige fast gar nie in den Wald gehen, andere hingegen ganz oft, um dort zu spazieren oder zu bräteln. Schnell formierten sich Generationen-Tandems, die zusammen die Ausstellung erkundeten. In entspannter Atmosphäre trauten sich gross und klein, über das Kunstwerk und die eigenen Beobachtungen zu erzählen. Die Sprache stellte dabei keine Hürde dar, gesprochen wurde, wie einem der Mund gewachsen war. Bei Bedarf wurde übersetzt. Manchmal war Sprache aber gar nicht nötig. Was nämlich allen aufgefallen war: es fehlen die Geräusche des Waldes. So entstand vor einem Gemälde spontan ein mehrstimmiges Vogel-Gezwitscher. Für viele der Teilnehmenden war es das erste Mal, dass sie das Forum Würth besuchten. Dabei erfuhren sie, dass der Eintritt gratis und das Café öffentlich zugänglich ist. Man kann dort auch mal nur einen Kaffee trinken gehen - mit wunderbarem Blick auf den Park und den Bodensee.

Christine, 53